Ob „42“ tatsächlich die „Antwort auf Alles“ ist, bleibt fraglich. *

Es gibt jedoch schlechtere Antworten…

Die wichtigen Fragen der Gegenwart, nach unserer Art zu leben in einer großstädtischen Region der Zukunft sind komplexer geworden. Unser Lebensraum im urbanen Kontext verändert sich in den vergangenen Jahrzehnten in schnellerem und deutlich drastischerem Maße, als vielen Menschen im Alltag bewusst ist. Demografischer Wandel, Digitalisierung, Mobilitätswende, radikale Klimaszenarien aber auch die Corona-Pandemie werden zum Katalysator eines unaufhaltsamen Wandels. Das Thema „Stadtentwicklung“, im weiten Sinne, betrachtet die Fragestellungen für zukünftige Entwicklungen im gesamten urbanen Kontext.

Wir wollen Anregungen geben, wie Lösungen für anstehende Herausforderungen aussehen können. Die Partner dieser Ausstellung, die sich schon länger mit dem Thema befassen, präsentieren Ihnen Beispiele und geben Antworten…

* siehe Douglas Adams, „Per Anhalter durch die Galaxis“

Die Stadt im Wandel

Die wichtigen Fragen der Gegenwart, nach unserer „Die Stadt der Zukunft“ wird wesentlich durch den Umgang seiner Bewohner mit und in ihrer Mobilität geprägt. Individualverkehr und ÖPNV bekommen in ihrem Zusammenspiel eine neue Bedeutung. Die Planung von Strecken des Individualverkehrs und die öffentlicher Bereiche wird in den kommenden Jahrzehnten neu gedacht. 

Demografie im Wandel

Durch den stetigen Wandel im demografischen Prozess verändern sich die Anforderungen an die Funktionalitäten einer Stadt. So sind z. B. barrierefreie Zugänge im öffentlichen wie privaten Lebensumfeld elementarer Bestandteil aller Planungsbereiche.

Wohnen im Wandel

Familienmodelle verändern sich und die Zeiträume des gemeinsamen Wohnens folgen neuen Zyklen. Wohnformen müssen sich den demografischen und klimatischen Veränderungen anpassen. Energetisches Bauen bekommt stärkere Beachtung in der Planung moderner Wohnbereiche.

Der Wandel des Klimas

Als eine der grünsten Städte Deutschlands ist Magdeburg in ökologischen und klimagerechten Überlegungen äußerst engagiert und ambitioniert, wie beispielsweise das Ziel, bis 2035 nahezu klimaneutral zu sein, zeigt. Hierbei stehen die Bürger der grünen Stadt im Mittelpunkt – für sie sollen die Lebensbedingungen verbessert und die negativen Auswirkungen des Klimawandels eingedämmt werden.

Der Wandel im Fluss

Das Elbufer war lange Zeit durch die gewerblich-industrielle Nutzung geprägt. Durch tiefgreifende strukturelle Veränderungen wird nun jedoch wieder die Möglichkeit gegeben, die Flussufer auch für Wohn- und Freizeitzwecke zu nutzen. Diese Entwicklungen schaffen neue Lebensqualität und bringen innovative maritim-urbane Konzepte hervor.

Digitalisierung...

Durch ihre disruptive Kraft beschleunigt die Digitalisierung den Wandel in nahezu allen Lebensbereichen. Ob die Vernetzung im ÖPNV oder die smarte Wohnungssteuerung. Die Digitalisierung trägt einen wesentlichen Anteil am Wandel im urbanen Raum. Viele notwendige Anpassungen werden nur mithilfe der Digitalisierung gelingen.

Die Wandelbarkeit des Zusammenlebens

Innovative und lebendige Wohn- und Mobilitätskonzepte, bei denen der Mensch im Mittelpunkt aller Überlegungen steht, machen die Stadt zu einem inklusiven Lebensort. So kann Menschen, unterschiedlichster Couleur, ein Rückzugsort mit dauerhaften Perspektiven geboten werden. 

Auszug aus Magdeburg 2030+ Integriertes Stadtentwicklungskonzept der Landeshauptstadt Magdeburg: Grüne Stadt – Handlungsfelder und Schlüsselmaßnahmen

  • Sieben prägnante Einzelbäume und neun Geotope werden als Einzelnaturdenkmal ausgewiesen.
  • 32 Natur und Landschaftselemente, die der Sicherstellung der Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes und der Belebung, Gliederung und Pflege des Orts- und Landschaftsbildes dienen, sind zur Ausweisung als Geschützte Landschaftsbestandteile vorgesehen.
  • In Magdeburg befindet sich ein neuer Landschaftsplanentwurf im Verfahren.

Auszug aus Magdeburg 2030+ Integriertes Stadtentwicklungskonzept der Landeshauptstadt Magdeburg: Grüne Stadt – Handlungsfelder

  • Entsiegelung innerstädtischer Flächen zur Erhöhung der Versickerungsanteile und der stadtklimatisch günstigen Verdunstung.
  • Umsetzung des 11-Punkte-Programms zum technischen und operativen Hochwasserschutz. Beim Hochwasserschutz für die elbnahen Bereiche orientiert sich die Landeshauptstadt Magdeburg an einem Hochwasser, das bis zu 7,80 m über dem normalen Pegelstand der Elbe liegt. In einer Kombination aus kommunalen, Landes- und Bundesbauvorhaben werden die Deiche entsprechend ertüchtig bzw. Schutzmauern gebaut.
  • Anlage von Hecken und Gehölzstreifen zum Schutz des Bodens vor Winderosion sowie Erosionsschutzmaßnahmen spezifisch für die Landwirtschaft.
  • Auswahl hitze- und trockenstressresistenter Arten bei Stadtbegrünungsmaßnahmen sowie Optimierung des Bewässerungsmanagements.
  • Umbau von Schottergleiskörpern zu Rasengleiskörpern, vor allem im Innenstadtbereich.
  • Erhöhung des Grünanteils in der Stadt mittels Fassaden-, Dach und Straßenraumbegrünung. Magdeburg hat ein Gebäudegrünkonzept mit entsprechend konkretisierenden Aussagen erarbeitet.
  • Erweiterung des Informationsmanagements beim Bevölkerungsschutz und der Katastrophenhilfe.

Auszug aus Magdeburg 2030+ Integriertes Stadtentwicklungskonzept der Landeshauptstadt Magdeburg: Klimaschutz und Klimaanpassung – Handlungsfelder

  • Die Landeshauptstadt Magdeburg initiiert eine breite Bürgerbeteiligung, die ein Bewusstsein für Energieeinsparung und Klimaschutz im alltäglichen Lebensumfeld schafft. So vergibt Magdeburg alle zwei Jahre einen Umweltpreis. Mit dem Preis werden herausragende Leistungen auf dem Weg Magdeburgs zur Modellstadt für erneuerbare Energien als auch Projekte im Klimaschutz gewürdigt. Durch die öffentliche Würdigung der Aktivitäten der Preisträger wirbt die Stadt um Mitmacher bei dem erforderlichen Strukturwandel aus allen Bevölkerungs- und Bildungsschichten.
  • Die Landeshauptstadt steigert ihre Energieproduktivität und schöpft die Potentiale der erneuerbaren Strom-, Wärme- bzw. Brennstoffproduktion aus. Die Städtischen Werke Magdeburg GmbH & Co.KG betreiben bereits gemeinsam mit Enercon eine Windkraftanlage, die neben der Produktion regenerativer Energie als Modellvorhaben für die Entwicklung zukunftsfähiger und wirtschaftlicher Stromerzeugung dient. Rund die Hälfte des von den Städtischen Werken produzierten Stroms sind bereits heute zertifizierte Grünstrommengen.
  • Das Schulprojekt „Fifty/Fifty“, in dem Schulen 50 Prozent der verhaltensbedingt eingesparten Energiekosten bei Wasser, Wärme und Strom erhalten, wird fortgesetzt. Jährlich beteiligen sich zwischen sieben und neun Schulen sowie Jugendclubs an dem Projekt.
  • Das Prinzip der Stadt der kurzen Wege wird durch Funktionsmischung sowie vorrangige Wiedernutzbarmachung von Flächen, Nachverdichtungen und andere Maßnahmen der Innenentwicklung für bauliche Nutzungen weiter verfolgt.
  • Der schienengebundene Nahverkehr wird weiter ausgebaut, die Radfahrer- und Fußgängerfreundlichkeit verbessert und die Elektromobilität weiter verbreitet. Dazu bereitet die Landeshauptstadt einen „Masterplan E-Mobilität“ vor, in dem am Beispiel des ÖPNV und des Fuhrparks des Städtischen Abfallwirtschaftsbetriebes aufgezeigt werden soll, wie mit der Elektrifizierung der Fahrzeugflotte eine größtmögliche CO2 Einsparung erzielt werden kann.
  • Die Vorbildfunktion der klimafreundlichen Stadtverwaltung wird ausgebaut.
  • Magdeburg setzt auf den Ausbau der umweltfreundlichen Fernwärme. Die Städtischen Werke Magdeburg GmbH & Co.KG produzieren die Fernwärme komplett ohne CO2 Emissionen. Seit 2010 hat sich der Fernwärmeabsatz von 334 GWh/a auf 394 GWh/a gesteigert. Bis zum Jahr 2030 ist ein Absatz von 470 GWh/a geplant. U.a. wird bis zum Jahr 2021 die denkmalgeschützte Hermann-Beims-Siedlung mit fast 2.500 Wohnungen an die Fernwärmeversorgung angeschlossen. Darüber hinaus laufen über die Städtischen Werke Modellvorhaben zur monovalenten Energieversorgung von Neubaugebieten mittels Stroms. Dies könnte perspektivisch die Nutzung von Gas ersetzen.
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